In der Hauptstadt Karabachs gedenken die Einwohner in einem Museum der verschollenen Soldaten. Die abgebildete Direktorin ist selbst Mutter eines vermissten Soldaten.

Der geopolitische Terminus Südkaukasus umfasst die ehemals sowjetischen Republiken Georgien, Armenien und Aserbaidschan sowie die sezessionistischen Regierungen von Abchasien, Südossetien und Berg-Karabach. Diese entlegene Region der Welt zählt zu den konfliktreichsten im Gebiet der ehemaligen Sowjetunion und wurde in den vergangenen 25 Jahren wiederholt Schauplatz gewaltsamer Auseinandersetzungen.

Donnerstag, 10 April 2014 11:46

Zentralasien: Der Wasserkonflikt

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Der Ressourcenkonflikt in Zentralasien könnte der Funke sein, welcher die angespannte Situation in der Region in den offenen Krieg stürzt. Zu Beginn der 1990er Jahre fanden sich die nun unabhängigen zentralasiatischen Staaten in einer stark veränderten Umwelt wieder. Unter anderem ließ hierbei auch der Wegfall der sowjetischen Wasserregulierung ein Vakuum zurück, welches bis heute nicht gefüllt werden konnte. Konflikte über die Nutzung von Wasser gehören zu den bedeutendsten Sicherheitsrisiken der Welt – im Gegensatz zu den meisten Regionen, die unter Wasserkonflikten leiden, besitzt Zentralasien jedoch keinen Mangel an Wasser. Der zentralasiatische Wasserkonflikt fußt vielmehr auf strukturellen Mängeln, welche nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion Spannung und Gewalt zwischen den Staaten bewirken. Während Kirgisistan und Tadschikistan die Errichtung von Wasserkraftwerken als Chance auf Unabhängigkeit von Energieimporten und für wirtschaftlichen Aufschwung betrachten, fürchtet der usbekische Staatspräsident Islam Karimov die Dürre auf den usbekischen Baumwollfeldern und droht mit Krieg gegen seine Nachbarn. Auch die finanzielle Beteiligung der Weltbank und der Russischen Föderation am Bau der Staudämme lässt die gespaltene Region nicht zur Ruhe kommen.

Ein US-Soldat unterweist im April 2007 im Zuge einer Ausbildungsmission nigrische Soldaten in taktischen Handzeichen.

Niger ist geographisches Zentrum eines gegenwärtig von Gewalt gezeichneten Krisengebiets, inmitten dessen einzig das Land unter Präsident Mahamadou Issoufou den Eindruck von Stabilität und Sicherheit erweckt. Nigers fragile Umgebung zeigt sich insbesondere an den jüngeren Entwicklungen in drei seiner Nachbarstaaten: Libyen, Mali und Nigeria. Wenngleich diese nicht zu unterschätzende Auswirkungen auf nigrische Angelegenheiten haben – man denke unter anderem an die hohen, nur mit ausländischer Unterstützung zu bewältigenden Flüchtlingszuströme –, fällt der Niger kaum in den Fokus medialer Aufmerksamkeit. Doch auch hier haben die gewaltsamen Aktivitäten islamistischer Gruppierungen in den vergangenen fünf Jahren bedenkliche Ausmaße angenommen, was nicht zuletzt mit der konfliktreichen nachbarstaatlichen Konstellation zusammenhängt.

Dienstag, 11 März 2014 10:57

Demokratische Republik Kongo: Die Miliz Raia Mutomboki

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Seit Mitte des Jahres 2011 breitete sich eine bis dato kaum bekannte Miliz im Osten der Demokratischen Republik Kongo (DRC) aus. Obwohl diese Miliz eine verheerende Wirkung auf die ländliche Bevölkerung hatte, wurde sie kaum in den nationalen und internationalen Medien erwähnt. Ursprünglich gründete sich die Miliz Raia Mutomboki („wütende Bürger“ auf Kisuaheli) als bewaffnete Selbstverteidigungsgruppe gegen die Forces Démocratiques pour la Libération du Rwanda (FDLR), eine bewaffnete Gruppe, die aus den extremistischen Interahamwe hervorging, die für den Genozid in Ruanda verantwortlich waren. Raia Mutomboki (RM) breitete sich ab 2011 sehr schnell in der Provinz Sud Kivu aus und drang sogar bis in südliche Distrikte der Provinz Nord Kivu vor. Die Selbstverteidigung artete in einen blutigen Streifzug aus, 2012 und 2013 massakrierten die Raia Mutomboki Hunderte von kongolesischen Zivilisten, meistens Hutu.

Dienstag, 04 März 2014 09:49

Iran: Autonomiestreben der kurdischen Bevölkerung

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Im Hintergrund sind die schneebedeckten Kandil-Berge an der irakisch-iranischen Grenze zu sehen, die der Party of Free Life of Kurdistan als Rückzugsort dienen.

Seit über 35 Jahren kämpfen die Kurden im Iran für mehr Autonomie ihrer Bevölkerungsgruppe gegenüber der iranischen Regierung. In den letzten Jahren kam es den Status der Kurden betreffend zunehmend zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. Dabei will die Regierung die Unabhängigkeit der Kurden verhindern, während jene durch militante Aktionen versuchen, weiter Druck auf die Zentralregierung auszuüben.

Mittwoch, 26 Februar 2014 15:31

Somalia: Grenzstreit zwischen Somaliland, Puntland und Khatumo

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Im Norden Somalias bildeten sich innerhalb der letzten 20 Jahre drei regionale Regierungen heraus: Somaliland, Puntland und Khatumo erfüllen nun die Aufgaben der nur begrenzt funktionsfähigen Zentralregierung Somalias. Dabei erheben sie alle Anspruch auf die Regionen Sool, Sanaag und Cayn. Das vordergründige Ziel der Abspaltungen, den chaotischen Zuständen des Bürgerkrieges entgegenzuwirken und Stabilität für die Regionen zu erwirken, scheitert an der gewaltsamen Austragung des Territorialkonfliktes.

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