Donnerstag, 10 April 2014 11:46

Zentralasien: Der Wasserkonflikt

Der Ressourcenkonflikt in Zentralasien könnte der Funke sein, welcher die angespannte Situation in der Region in den offenen Krieg stürzt. Zu Beginn der 1990er Jahre fanden sich die nun unabhängigen zentralasiatischen Staaten in einer stark veränderten Umwelt wieder. Unter anderem ließ hierbei auch der Wegfall der sowjetischen Wasserregulierung ein Vakuum zurück, welches bis heute nicht gefüllt werden konnte. Konflikte über die Nutzung von Wasser gehören zu den bedeutendsten Sicherheitsrisiken der Welt – im Gegensatz zu den meisten Regionen, die unter Wasserkonflikten leiden, besitzt Zentralasien jedoch keinen Mangel an Wasser. Der zentralasiatische Wasserkonflikt fußt vielmehr auf strukturellen Mängeln, welche nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion Spannung und Gewalt zwischen den Staaten bewirken. Während Kirgisistan und Tadschikistan die Errichtung von Wasserkraftwerken als Chance auf Unabhängigkeit von Energieimporten und für wirtschaftlichen Aufschwung betrachten, fürchtet der usbekische Staatspräsident Islam Karimov die Dürre auf den usbekischen Baumwollfeldern und droht mit Krieg gegen seine Nachbarn. Auch die finanzielle Beteiligung der Weltbank und der Russischen Föderation am Bau der Staudämme lässt die gespaltene Region nicht zur Ruhe kommen.

Freigegeben in Asien und Ozeanien

Seit Mitte des Jahres 2011 breitete sich eine bis dato kaum bekannte Miliz im Osten der Demokratischen Republik Kongo (DRC) aus. Obwohl diese Miliz eine verheerende Wirkung auf die ländliche Bevölkerung hatte, wurde sie kaum in den nationalen und internationalen Medien erwähnt. Ursprünglich gründete sich die Miliz Raia Mutomboki („wütende Bürger“ auf Kisuaheli) als bewaffnete Selbstverteidigungsgruppe gegen die Forces Démocratiques pour la Libération du Rwanda (FDLR), eine bewaffnete Gruppe, die aus den extremistischen Interahamwe hervorging, die für den Genozid in Ruanda verantwortlich waren. Raia Mutomboki (RM) breitete sich ab 2011 sehr schnell in der Provinz Sud Kivu aus und drang sogar bis in südliche Distrikte der Provinz Nord Kivu vor. Die Selbstverteidigung artete in einen blutigen Streifzug aus, 2012 und 2013 massakrierten die Raia Mutomboki Hunderte von kongolesischen Zivilisten, meistens Hutu.

Freigegeben in Subsaharisches Afrika

Im Norden Somalias bildeten sich innerhalb der letzten 20 Jahre drei regionale Regierungen heraus: Somaliland, Puntland und Khatumo erfüllen nun die Aufgaben der nur begrenzt funktionsfähigen Zentralregierung Somalias. Dabei erheben sie alle Anspruch auf die Regionen Sool, Sanaag und Cayn. Das vordergründige Ziel der Abspaltungen, den chaotischen Zuständen des Bürgerkrieges entgegenzuwirken und Stabilität für die Regionen zu erwirken, scheitert an der gewaltsamen Austragung des Territorialkonfliktes.

Freigegeben in Subsaharisches Afrika

Mahnmal zur Erinnerung an die Todesopfer des irakischen Giftgasangriffs auf den hauptsächlich von Kurden bewohnten Ort Halabdscha am Ende des Ersten Golfkrieges.

Seit fast einem Jahrhundert kämpfen die Kurden im Irak um die Unabhängigkeit des im Norden des Landes gelegenen Kurdistans von der irakischen Zentralregierung. In den letzten Jahren kam es zunehmend zu politischen und ökonomischen Auseinandersetzungen um den Status Kurdistans. Dabei will die Zentralregierung die Unabhängigkeit und somit die mögliche Gründung eines kurdischen Staates verhindern, während die kurdische Autonomiebehörde durch die Erschließung ökonomischer Ressourcen versucht, weiter Druck auf die Zentralregierung bezüglich seiner Autonomiebestrebungen auszuüben.

Sonntag, 16 Februar 2014 11:26

Der Bürgerkrieg in El Salvador

Das El Salvador Civil War Memorial - auf mehreren hundert Metern Länge sind die Namen von 75.000 Menschen eingraviert, die während des Bürgerkrieges ums Leben kamen. (Quelle: http://www.flickr.com/photos/withonef/305180789/)

Vor fast genau 21 Jahren endete mit einem Friedensabkommen einer der blutigsten Bürgerkriege Lateinamerikas. Noch heute sind viele Menschen in El Salvador von den Erlebnissen des Bürgerkriegs traumatisiert und leiden unter dessen Folgen. Die Aufarbeitung und Aufklärung schwerster Menschenrechtsverletzungen gestalten sich bis heute als schwierig, da ein 1993 verabschiedetes Amnestiegesetz die Verantwortlichen für Menschenrechtsverletzungen während des Bürgerkriegs vor Strafverfolgung schützt. Die Amnestie ist bis auf wenige Ausnahmen bis heute gültig, trotz mehrerer Beschwerden bei der Generalstaatsanwaltschaft von  El Salvador und einem Urteil des interamerikanischen Gerichtshofs für Menschenrechte von 2012, welches die Verantwortung des salvadorianischen Staates für die Aufklärung der Menschenrechtsverletzungen feststellte.

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Stellen innerstaatliche Konflikte den internationalen Aufstieg Chinas auf tönerne Füße? Die Zentralregierung in Peking sieht sich immer wieder mit heftigen Unruhen in ihren strategisch wichtigen Grenzregionen konfrontiert. Früher zeitweise unabhängig, kam es in den Regionen nach der Eingliederung in die Volksrepublik zu Sezessionsbestrebungen.

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Dienstag, 28 Januar 2014 15:16

Afghanistan: Der Kuchi-Hazara Konflikt

Die Wurzeln des Konfliktes zwischen Kuchi-Nomaden und Hazara in Zentralafghanistan reichen bis in das Ende des 19. Jahrhunderts zurück. Seit 2007 hat sich der Konflikt um das Weideland in den Provinzen Wardak und Ghazni zunehmend verschärft und mündete immer wieder in gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Kuchi und Hazara. Trotz der Mediationsbemühungen von Seiten der afghanischen Regierung und der Vereinten Nationen ist der Konflikt bisher, sowohl rechtlich als auch politisch, ungelöst.