Donnerstag, 10 April 2014 11:46

Zentralasien: Der Wasserkonflikt

Der Ressourcenkonflikt in Zentralasien könnte der Funke sein, welcher die angespannte Situation in der Region in den offenen Krieg stürzt. Zu Beginn der 1990er Jahre fanden sich die nun unabhängigen zentralasiatischen Staaten in einer stark veränderten Umwelt wieder. Unter anderem ließ hierbei auch der Wegfall der sowjetischen Wasserregulierung ein Vakuum zurück, welches bis heute nicht gefüllt werden konnte. Konflikte über die Nutzung von Wasser gehören zu den bedeutendsten Sicherheitsrisiken der Welt – im Gegensatz zu den meisten Regionen, die unter Wasserkonflikten leiden, besitzt Zentralasien jedoch keinen Mangel an Wasser. Der zentralasiatische Wasserkonflikt fußt vielmehr auf strukturellen Mängeln, welche nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion Spannung und Gewalt zwischen den Staaten bewirken. Während Kirgisistan und Tadschikistan die Errichtung von Wasserkraftwerken als Chance auf Unabhängigkeit von Energieimporten und für wirtschaftlichen Aufschwung betrachten, fürchtet der usbekische Staatspräsident Islam Karimov die Dürre auf den usbekischen Baumwollfeldern und droht mit Krieg gegen seine Nachbarn. Auch die finanzielle Beteiligung der Weltbank und der Russischen Föderation am Bau der Staudämme lässt die gespaltene Region nicht zur Ruhe kommen.

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