Schwank

Donnerstag, 20 Februar 2014 21:51

Was ist eigentlich Krieg?

 

 

Obwohl kaum eine Nachrichtensendung ohne Meldungen über politische Gewalt oder sogar Kriege auskommt, wird scheinbar kaum darüber nachgedacht, was eigentlich der Unterschied zwischen diesen Konfliktformen ist oder ab wann man von einem Krieg sprechen kann oder sogar muss. Deutlich wurde diese Unsicherheit für die deutschsprachige Öffentlichkeit zuletzt, als im Jahre 2009 der damalige deutsche Verteidigungsminister zu Guttenberg vom Krieg sprach, der in Afghanistan herrsche und mit dieser Äußerung auf unerwartet große Zustimmung stieß. Bis dahin wurde von offizieller Seite der Kriegsbegriff vermieden und allenfalls von einer bedrohlichen Sicherheitslage gesprochen. Die Unsicherheit im Umgang mit dem Kriegsbegriff zeigt sich aber auch am anderen Ende der Gewaltskala. Denn schnell werden gewaltsame Ausschreitungen bei Großdemonstrationen in den Medien als „bürgerkriegsähnliche Zustände“ bezeichnet - selbst dann, wenn keine Menschen verletzt oder gar getötet werden und nur Schäden an Gebäuden und Sachen entstehen.

 

 

Statistiken legen nahe, dass auch in diesem noch jungen Jahr 2014 etwa 40 Kriege weltweit ausgetragen werden, fast alle davon innerhalb von Staaten. In geschätzten weiteren 160 politischen Konflikten, welche nicht als Kriege klassifiziert werden, wird politische Gewalt zu beobachten sein, die ebenfalls Menschenleben fordert oder gefährdet. In etwa 90 anderen politischen Konflikten werden die Spannungen so groß sein, dass die betroffene Bevölkerung mit dem Ausbruch von Gewalt rechnen muss. Das heißt, mit großer Sicherheit werden in den kommenden Monaten tausende Menschen getötet oder schwer verletzt, die mühsam aufgebaute Infrastruktur wird zerstört und damit die Lebensgrundlage für nachfolgende Generationen. Darüber hinaus werden hunderttausende vor der Gewalt in ihren Heimatdörfern und -städten fliehen.